Tech Talk Skibau:
Carbon vs. Fiberglas

Touren- und Freeride-Ski haben in der Regel einen Holzkern. Darunter und darüber kommen in Sandwich-Bauweise verschiedene Schichten, welche die Eigenschaften eines Skis prägen. Sehr anschaulich lässt sich das an den Modellen von Movement zeigen. Die Schweizer haben ihre Bauweisen für den Winter 22/23 überarbeitet.
Zunächst aber ein bisschen Materialkunde. Neben Holz und Titanal kommt im Skibau häufig Carbon und Fiberglas zum Einsatz. Die wichtigsten Unterschiede:
- Carbon ist besonders leicht und sehr steif. Es wird deshalb vor allem für Modelle eingesetzt, bei denen jedes Gramm zählt. Ein besonders steifer Ski kommt den Fahrern vor allem auf hartem Schnee und im Steilgelände entgegen, verlangt jedoch eine aktive und präzise Fahrweise.
- Fiberglas wiegt etwas mehr und ist flexibler als Carbon. Ski mit einem hohen Anteil an Fiberglas sind deshalb gutmütiger als ihre Kohlefaser-Kollegen, drehen leichter und erleichtern so das Fahren zum Beispiel in verspurtem Tiefschnee. Auf hartem Schnee oder Eis wiederum dämpft Fiberglas Vibrationen, der Ski flattert nicht so schnell.
Angesichts dieser Vorteile von Fiberglas hat Movement seine Materialkompositionen geändert: weg von reinen Carbonsträngen, hin zu einer Hybrid-Bauweise von Carbon und Fiberglas. Das macht die Ski zwar ein paar Gramm schwerer, verbessert aber spürbar ihre Fahrbarkeit.

Die neuen Bauweisen von Movement-Ski im Überblick. Je nach Einsatzbereich werden unterschiedliche Material-Kompositionen angewendet. Titan-Platten kommen in Freeride-Ski zum Einsatz.
Clevere Schichtarbeit
Konkret setzt Movement vier verschiedene Bauweisen für Tourenski ein:
- Die Modelle der Reihen Fly und Bond haben die sogenannte 3-Achsen-Fiberglas-Bauweise. Dabei werden drei Lagen Fiberglas in 45° angeordnet. Diese Konstruktion sorgt für ein eher gutmütiges Fahrverhalten, das viel Sicherheit vermittelt, bei gleichzeitig ausreichender Verwindungssteifigkeit für guten Kantengriff.
- Die Axess-Modelle werden nach der 2-Achsen-Hybrid-Carbon-Bauweise gefertigt. Dabei vereinen je eine Achse Carbon und Fiberglas die Vorteile beider Materialien in einem ausgewogenen Verhältnis – der perfekte Kompromiss aus Kantengriff und Manövrierfähigkeit.
- Die Session-Modelle haben die 5-Achsen-Hybrid-Carbon-Bauweise. Dabei sorgen vier in 35° angeordnete Carbon-Schichten in Kombination mit einer Schicht Fiberglas für ein Plus an Stabilität und Kantengriff auf hartem Schnee und in Steilhängen.
- Die Modelle der Baureihen Alp Tracks, Fast und Race Pro folgen der Bauweise Ultralight Carbon. Dabei wird der Holzkern komplett per Hand mit Carbon ummantelt. Diese besonders leichten Modelle sind erste Wahl für geschwindigkeitsorientierte Skimo-Athleten und Hobbysportler.
Die Kunst besteht darin, für jeden Einsatzbereich und für jedes Fahrkönnen die passenden Material perfekt zu verbauen. In dieser Kunst ist Movement weit fortgeschritten – und perfektioniert sie immer weiter.
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